Wenn du neu auf letmoneywork.de bist, fällt beim Blick auf meine aktuelle Verteilung sofort eines auf: Rund 70 % Cash und nur ca. 30 % Investitionsquote.
Die Grundlage dafür entstand im März: Damals habe ich meine letzten langjährigen Positionen im Plus geschlossen. Nicht, um der Börse den Rücken zu kehren, sondern um mein System auf ein neues Level zu heben: fokussierter, kompromissloser und noch rigoroser.
Cash ist an der Börse kein Zeichen von Angst oder Zögern. Cash ist eine strategische Halteposition. Es gibt dir die Gelassenheit, unruhige Phasen entspannt auszusitzen, und die Liquidität, eiskalt zuzugreifen, wenn neue Chancen entstehen. Und wenn diese Chancne entstehen gehe ich größer rein und limitiere nicht auf ein paar Prozent im Depot.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Marktphase seit Mai: Transaktionsfrequenz als Versicherungsprämie
Blicke ich auf die Monate seit Mai zurück, gibt es einen klaren Nebeneffekt der Markt-Dynamik: Ich hatte vergleichsweise viele Transaktionen.
Mein Ziel ist langfristig eine niedrige Frequenz mit wenigen, starken Läufern. In einem unruhigen Markt macht das System jedoch genau das, wofür es gebaut ist: Es schützt das Depot vor tiefen Drawdowns.
- Schutz vor dem Absacker: Die Ausstiege haben mich effektiv vor größeren Verlusten bewahrt – wie beispielsweise bei Lincoln Education ($LINC). Lieber ein kleiner Schnitt bei der Reißleine als ein zerschossenes Depot.
- Opportunitätskosten vermeiden: Das teuerste Kapital an der Börse ist gebundenes Kapital in fallenden oder stagnierenden Aktien. Wer nicht schnell wieder liquide ist, verpasst die nächsten Gewinner.
- Gewinne sichern: Bei Titeln wie AMD ($AMD), Infineon ($IFX), Astera Labs ($ALAB), Rocket Lab ($RKLB) und Planet Labs ($PL) wurden die Erträge größtenteils abgesichert und eingetütet. Diese Werte sind nicht gestorben – sie stehen wieder auf der Watchlist und warten auf einen möglichen Wiedereinstieg
2. Der dynamische Depot-Fokus: Warum aktuell 10 Positionen reichen
Ein häufiges Missverständnis bei fokussierten Depots ist die Annahme, man erstarre in starren Regeln.
Aktuell halte ich den Fokus bewusst auf 10 Positionen. Das ist jedoch keine eingemeißelte Obergrenze für immer, sondern meine aktuelle Wohlfühl-Zone für die derzeitige Marktphase.
Wie sich der Fokus dynamisch anpasst:
- Erfolgreiche Skalierung: Wenn sich die aktuellen Positionen durch Stärke etablieren und saubere Gewinnpolster aufbauen, kann ich mir absolut vorstellen, weitere Werte dazuzuholen und das Depot schrittweise auszubauen.
- Konsequente Auslese: Entwickelt sich ein Wert nicht so, wie ich es mir gedacht habe, fliegt er raus. Wer nicht liefert, macht den Platz frei – entweder für neue Chancen oder zurück ins Cash. Stichwort Opportunitätskosten

3. Ein Etablierter vs. neun „Setzlinge“
Im aktuellen Setup unterscheide ich klar zwischen gereiften Werten und frischen Versuchen:
Der etablierte Wert: Karat Packaging ($KRT)
- Status: Läuft stabil mit knapp +30 % im Plus.
- System-Logik: Hat sich ein starkes Polster erarbeitet. Aber auch hier gilt: Niemals in eine Position verlieben. Geht der Kurs in eine starke Korrektur über, werden Gewinne gesichert.
- Die „Setzlinge“: Frische & antizyklische Einstiege
Die verbleibenden neun Werte ($NTNX, $DOCN,$IONQ, $RACE,$KKR, $BAC,$RR., $DPLM,$PSX) sind meine Setzlinge:
- Antizyklischer Aufbau: IonQ ($IONQ), KKR und DigitalOcean ($DOCN) habe ich antizyklisch ins Depot geholt.
- Das Harte-Exit-Prinzip: Setzlinge bekommen Zeit zu wachsen. Laufen die Aktien nach einer gewissen Zeit nicht, dann werden Alternativen geprüft.
4. Sektor-Tausch: Repsol weicht für Phillips 66 ($PSX)
Zur aktiven Depot-Hygiene gehört auch das Vermeiden unnötiger Branchen-Doppelungen. Um im Energie-Segment schlank und stark aufgestellt zu sein, flog Repsol aus dem Portfolio. Das frei gewordene Kapital ging in Phillips 66 ($PSX).
Warum dieser Tausch?
- US-Vorteil: Die USA zeigen sich in der aktuellen Lage als klarer Nutznießer im Energiesektor.
- Price Action: $PSX zeigt im Chart eine deutlich sauberere relative Stärke als europäische Pendants.
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Fazit
Viele Transaktionen seit Mai? Ja – als effektiver Schutz vor tiefen Dips ($LINC) und zur Gewinnsicherung ($AMD,$RKLB).
Mit knapp 70 % Cash liege ich vollkommen entspannt auf der Lauer. Die aktuell 10 Positionen bilden ein dynamisches Gerüst: Wenn die Setzlinge aufgehen, wird skaliert. Ausbau starker Aktien. Wenn nicht, wird konsequent aufgeräumt. Parallel dazu habe ich das Maustellendepot. Hier bespare ich einige Aktien regelmäßig, sowie die Sparpläne auf Bitcoin und Gold. Es ist also nicht so, dass ich den langfristigen, langsamen Vermögensaufbau komplett verworfen haben. Ein Update zum Mautstellendepot ist auch gepant.
Was Semis angeht: Für meinen Geschmack ist der Case mittlerweile in der Breite bekannt. Und selbst viele Kurzfrist-Trader handeln mit den Werten und fokussieren sich darauf. Daher halte ich mich hier aktuell größtenteils zurück. Dell, HPE, Nebius sind nur ein paar solcher Beispiele.
⚖️ Disclaimer & Risikohinweis:
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