Wir schreiben den 19. April 2026. Wenn man nur auf die nackten Zahlen schaut, könnte man meinen, die Welt sei wieder im reinen KI-Paradies angekommen. Der S&P 500 hat die 7.100er-Marke geknackt, ein neues Allzeithoch. Auch mein Depot hat sich nach den Turbulenzen zu Jahresbeginn massiv erholt – Werte wie AMD und Planet Labs rennen, als gäbe es kein Morgen.
Doch wer die „Kloogschieterei“ von Michael Kissig im Hinterkopf hat, der weiß: Kurse lügen oft, bevor sie die Wahrheit sagen.
Inhaltsverzeichnis
Die „Gier“-Ampel steht auf Gelb-Grün
Meine LMW-Ampel zeigt zwar auf Grün, aber das Stimmungsbarometer ist bereits tief im Bereich der Gier (Fear & Greed Index bei 68). Es fühlt sich ein bisschen so an, als würden wir auf einer perfekten Welle reiten, während ich mich frage, ob am Horizont bereits der nächste Flaschenhals wartet.
| 🛡️ VIX / F&G | 17,0 / 68 |
| 📈 S&P 500 | 7.126 |
| 📏 GD 50 | 6.769 |
| 📉 GD 200 | 6.683 |
Update: 18.04.2026 10:40
Die Konsequenzen der letzten Monate sind eben nicht einfach ausgesessen. Vielleicht täuscht die Erholung, vielleicht auch nicht. Man weiß es nicht. Aber genau für dieses „Vielleicht“ habe ich meine Strategie.
Der unsichtbare Flaschenhals: Helium & Hardware
Während alle über Software-Updates und neue KI-Agenten reden, rückt ein Thema in den Fokus, das die „Priced for Perfection“-Modelle ins Wanken bringen könnte: Rohstoffe. * Helium-Knappheit: Wie Michael Kissig richtig anmerkt, ist Helium nicht nur für Luftballons da. Ohne dieses Edelgas keine 3nm-Chips. Wenn die Infrastruktur in Katar lahmt, steigen die Kosten für TSMC, AMD und NVIDIA.
- Das ist der Grund, warum ich mich wohl fühle, in die „Mautstellen“ der Welt zu investieren. Firmen wie Enbridge in Nordamerika die Energie – unabhängig davon, wie teuer das Gas für den Chip-Hersteller wird.
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Mein Depot-Status: Sturmfest oder nur Glück gehabt?
Aktuell fahre ich Mehrgleisig:
- Die Momentum-Reiter: AMD, Nvidia bleiben im Depot. Aber ich stocke hier nicht mehr blind auf. Zumindest nicht mit größeren Beträgen. Man weiß nie wie der Markt reagiert. Vielleicht interessiert es ihn auch einfach nicht und er rennt weiter. Daher werde ich weiter die Charts nutzen und danach auch Teilverkäufe in Betracht ziehen. So habe ich es auch geschafft genug Cash zu haben, als die Kurse die letzten Wochen korrigierten und wieder aufzustocken, als meine LMW-Ampel auf Grün sprang und ich wieder Käufe durchgeführt habe.
- Die physische Basis: Siemens Energy und Powell Industries sind meine Antwort auf den Infrastruktur-Superzyklus. Hier wird die reale Welt gebaut – und die braucht Strom, egal ob der KI-Hype gerade eine Pause macht oder nicht. Siemens Energy habe ich seit kurzem im Depot. Ich hoffe, das mein Einstieg gut gewählt war, ebenso bei Powell Industries oder Formfactor.
- Ich stocke weiterhin Werte wie Munich Re, DBS und Co auf. Klassische Dividendenwerte die sich bewährt haben.
Mein System: Agieren statt Reagieren – Das „Cash-Recycling“-Prinzip
Anstatt passiv zuzusehen, wie Buchgewinne in Korrekturen wieder dahinschmelzen, verfolge ich ein aktives Bewirtschaftungsmodell. Ich nenne es mein „Cash-Recycling-Prinzip“.
Während viele Anleger davor zurückschrecken, bei High-Flyern wie AMD oder Nvidia Teilverkäufe zu tätigen,nutze ich Korrekturen, um Gewinne zu realisieren. Das habe ich jetzt eben in den letzten Monaten getan. Nicht, weil ich den Glauben an die Story verloren habe, sondern um handlungsfähig zu bleiben.
Dieses Vorgehen war ein wichtiger Vorteil in den letzten Wochen: Durch die rechtzeitigen Teilverkäufe bei den Korrekturen saß ich auf einer soliden Cash-Reserve, als die Kurse korrigierten. Anstatt in Schockstarre zu verfallen, konnte ich entspannt warten, bis meine LMW-Ampel wieder auf Grün sprang. Erst dann habe ich die Munition genutzt, um gezielt in neue Setups nachzukaufen. Das ist kein blindes Aufstocken, sondern eine Reaktion darauf was der Chart mir sagt. Ob der Markt die aktuellen Warnsignale ignoriert und einfach weiterrennt? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Mit dieser Strategie ist mir das fast egal: Ich sichere Kapital bei den ersten Zeichen einer Korrektur und habe die Kaufkraft in und nach der Korrektur. Dabei bleibe ich grundsätzlich investiert, nur eben nicht voll. Und kann beim neuen Schwung die stärksten Aktien aufstocken, habe die schlechtesten rausgeworfen oder zumindest getrimmt und neue Player ins Depot geholt, wenn der Markt wieder steigt.
Das Fazit: Disziplin und Strategie
Haben wir die Krise hinter uns? Evtl. und vielleicht. Ich habe immer noch Cash an der Seitenlinie. Diese „Munition“ wird nicht in den gierigen Markt gefeuert. Ich warte Kursbestätigungen bei Werten wie Rocket Lab, die beweisen müssen, dass sie die Wucht haben, den Markt wirklich anzuführen.
Das Motto für die nächsten Monate: Ernten, wo es etwas zu ernten gibt, aber die Hand immer an der Reißleine lassen. Denn wer am Allzeithoch nicht wachsam ist, wird beim nächsten „Shakeout“ als Erster aussortiert.
Disclaimer: Dieser Artikel ist meine persönliche Gedankensortierung und keine Anlageberatung. Ich bin kein Finanzprofi, sondern ein Investor mit eigener Meinung und eigenem Risiko. Ich halte Positionen in den genannten Werten (Siemens Energy, AMD, etc.) und bin daher befangen.Bedenke immer: Börse ist keine Einbahnstraße. Kurse können steigen, fallen oder sich seitwärts quälen. Ob meine Thesen eintreffen? Evtl. und vielleicht. Man weiß es nicht. Handle also immer nach deinem eigenen Plan und nur mit Geld, dessen Verlust du verschmerzen kannst. Keine Haftung für Verluste!
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Schließe mich Deinem Beitrag an. Die langfristigen Folgen des Konflikts werden aktuell unterschätzt. Denke die Rohstoffengpässe werden uns noch länger beschäftigen. Daher nehme ich zwar gerne die Rally mit, bleibe aber weiterhin vorsichtig. Cashquote bei mir aktuell bei über 20 %.
Danke für die Erwähnung und Verlinkung, Ahsen. Man muss die Unternehmen im Depot (be-)halten, die funktionieren. Wenn sie nicht laufen, kann es daran liegen, dass ihre Zeit noch nicht reif ist, oder aber dass man sich geirrt hat. Trumps erratisches Herumeiern macht es nicht einfach(er), zu erkennen, was Sache ist. Insofern setze ich als Ankerinvestments weiterhin auf langweilige Unternehmen wie Costco, die einfach mit jeder Lebens- und Wirtschaftslage ziemlich gut klarkommen. Resilienz als Asset. 😉