In den letzten Wochen war es hier auf dem Blog und auch auf YouTube etwas ruhiger. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Neben dem normalen Arbeitsalltag gab es schlichtweg wenig im Depot zu tun. Wenn an der Börse wenig passiert, ist das aber kein Zeichen von Untätigkeit, sondern vor allem ein verdammt gutes Zeichen für die eigenen Nerven.
Was Videos angeht: Im Alltag haben andere Prioritäten aktuell Vorrang, aber für die anstehenden Winterabende nehme ich mir wieder mehr Zeit für frische YouTube-Updates.
Seit der großen Depotumstellung vom März bis Mai ungefähr, bei der ich reinen Tisch gemacht und sämtliche Altlasten sowie Gewinne der Vorjahre glattgestellt habe, läuft das neu ausgerichtete Growth-Depot jetzt seit gut fünf Monaten. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.
Wer mehr zu meinen 6 Säulen und meinem Aufbau erfahren möchte: Hier ist die Übersicht.
Auf diesem Blog geht es hauptsächlich um das Growth Depot. Und hier habe ich nach dem Glattstellen meiner letzten großen Gewinner wie Nvidia als Highlight mit 6300%, aber auch anderen Aktien wie Palantir, Amphenol, AMD und einigen anderen bei denen ich mehrere hundert Prozent Gewinn hatte, noch strengere Regeln eingeführt. Ziel ist es, einige wenige Werte zu haben und diese zu fokussieren, solange der Investcase und Trend aktiv sind. Opportunitätskosten wird in diesem System nun ein größerer Stellenwert zugeschrieben, als in der Vergangenheit.
Wer mehr dazu erfahren möchte, darf sich gerne auch diesen Beitrag anschauen.

Inhaltsverzeichnis
Weniger Hektik, mehr Fokus
Wer neu anfängt oder eine Strategie umstellt, neigt anfangs oft zu Aktionismus. Das habe ich im Sommer selbst gemerkt: Man hat Cash rumliegen, will investiert sein und neigt dazu, unbedingt im Markt sein.
Inzwischen hat sich der Staub aber komplett gelegt. Ich bin deutlich klarer darin geworden, wann ein Einstieg wirklich Sinn ergibt und wann man die Finger stillhalten muss.
Ein riesiger Hebel für diese Gelassenheit war die saubere Trennung in meinem Säulensystem: Der breit gestreute L&G Global Quality Dividends (ETF) läuft per automatisiertem Sparplan einfach im Hintergrund durch. Er liefert stetigen Cashflow und nimmt mir den typischen Druck, ständig das perfekte Market-Timing für das Gesamtkapital erwischen zu müssen. Und das Mautstellen Depot läuft ebenfalls ziemlich entspannt im Hintergrund.
Dadurch kann ich mich im Growth-Depot entspannt auf nur fünf fokussierte Positionen beschränken. Das reicht völlig aus ohne den Überblick zu verlieren.
Risikomanagement: Mit kleinen Beträgen schrittweise aufbauen
Im Growth-Bereich bin ich aktuell bewusst mit kleineren Beträgen unterwegs – unter 10.000 Euro pro Position. Eine neue Ausrichtung muss sich über längere Zeiträume am Markt beweisen. Sobald der Puffer durch aufgelaufene Gewinne wächst und der Markt mitspielt, werde ich die Positionsgrößen Schritt für Schritt wieder anheben. Bis dahin hat der Kapitalschutz absolute Priorität.
Dass ich aktuell kaum in Tech-Aktien investiert bin, ist übrigens keine Bauchgefühl-Entscheidung, sondern das Resultat klarer Verkaufs- und Ausstiegsregeln. In der aktuellen Tech-Korrektur zeigt sich, wie wertvoll es ist, nicht stur an einer Branche festzuhalten.
Ein Blick auf die aktuellen Positionen
- Okta: Hier bin ich vor Kurzem mit einem Minigewinn von rund +5 % ausgestiegen. Der Puffer war mir schlicht zu dünn, während der Druck im gesamten Tech-Sektor zunahm. Dann lieber die Gewinne mitnehmen und das Kapital sichern. Das Geld kann ich wieder oder woanders investieren.
- Karat Packaging: Läuft weiterhin hervorragend. Nach dem Aufstocken steht die Position aktuell bei rund +40 % im Plus. Ein schönes Beispiel dafür, dass sich Geduld bei starken Titeln auszahlt.
- Nutanix: Kommt im Zuge der Tech-Korrektur etwas unter die Räder. Ich lasse der Aktie nach meinen Regeln genug Platz zum Atmen. Sollte der Ausstieg getriggert werden, gehe ich hier aber immer noch mit einem kleinem Plus heraus. Grundsätzlich will ich langfristig investiert bleiben und kein Swing Trading betreiben.
- Philipps 66: Solange die Öl- und Energiekrise gibt, sollte der Wert weiter oben bleiben. Aktuell bin ich hier nach einem Aufstockten knapp 20% im Plus. Aber die Aktie korrigiert. Ich lasse ihr Luft, aber auch hier würde ich, wenn es weiter runterrauscht, mit nur noch kleinem Gewinn rausgehen.
- IVU Traffic und Abbvie habe ich seit ein paar Wochen im Depot und stehe hier nur knapp im Plus.
Von Small bis Large Cap ist aber alles dabei. IVU hatte ich schojn vor über 10 Jahren mal. Damals als Mikrocap. Habe die immer mal wieder beobachtet. Jetzt scheint ein guter Zeitpunkt zu sein wieder einzusteigen.
IVU stellt sein Softwaresystem auf Abos um und internationalisiert. Zuletzt haben sie starke Zahlen gebracht.
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Rückblick: Warum das schnelle Aussteigen im Sommer richtig war
Schaut man sich die ersten Versuche aus dem Sommer an – etwa bei Cyber-Sicherheitswerten wie jFrog oder kurzzeitig Crowdstrike –, könnte man im Nachhinein meinen, man hätte bei dem einen oder anderen Wert länger dabeibleiben können. Aber das ist eben der Hindsight Bias.
Wenn ich mir aber anschaue, wie es bei vielen anderen Aktien die ich hatte danach weiterging, wird das Bild schnell klar: Etliche Werte sind im Anschluss noch einmal um 30 bis 50 % abgesackt. Wer am Anfang bei einem Neustart die Verluste nicht klein hält, zieht solche Korrekturen voll mit durch. Für mich hat sich das frühzeitige Handeln im Rückblick absolut bewährt. Das habe ich früher auch gemacht, aber eben nicht so schnell, sondern eher wenn es unter 20% ging.

Fazit
Das Sechs-Säulen-System läuft gut an und gibt mir im Alltag extrem viel Gelassenheit. Das meiste Geld habe ich immer noch Cash. Ich bin zurzeit mit knapp 25% investiert. Natürlich sind fünf Monate noch kein Langzeittest – die Strategie muss sich über Jahre und verschiedene Marktphasen beweisen. Aber der Übergang mit einem noch klareren Regelwerk und Begrenzung der maximalen Positionszahl, macht mir bisher viel Spaß.
Euer
Ahsen
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