Hallo liebe Community,
Kann man mit ĂŒber 110% Depot-Turnover wirklich ein Vermögen aufbauen? Die meisten sagen NEIN.
Ich bin der Ăberzeugung, dass man â gerade wenn man Vermögen aufbauen möchte â nicht um einen hohen Turnover drumherum kommt. Ian Cassel schrieb auf seinem Microcap Blog genau diesen Punkt und betitelte es als âPreis des Fortschrittsâ (Portfolio Turnover is the Price of Progress).
Cassel argumentiert, dass die niedrige Turnover-Rate beim Buy-and-Hold-Ansatz oft ĂŒberhöht gefeiert wird, obwohl sie Performance nicht garantiert. Er verweist auf Legenden wie Peter Lynch (300% Turnover) und Warren Buffett (50-100% in seinen ersten drei Jahrzehnten), die gerade in ihren erfolgreichsten Phasen hohe Umschlagraten hatten. Der Hauptgrund: Erfolgreiches Investieren bedeutet, Fehler schnell zu korrigieren und zu wissen, wann man verkaufen muss.
Da mein Kapital begrenzt ist, ist diese rigorose Strategie fĂŒr mich unerlĂ€sslich. Ich will es mir nicht leisten, Mittel in mittelmĂ€Ăigen Positionen ewig zu binden. Daher zielt die hohe AktivitĂ€t darauf ab, ausschlieĂlich die besten verfĂŒgbaren Aktien im Portfolio zu halten, ohne dabei das Risiko auĂer Acht zu lassen.
Mit 22 Positionen bei Aktien plus Krypto ist mein Depot aktuell fast etwas zu breit aufgestellt. Wer mir lĂ€nger folgt, weiĂ das ich in den letzten Jahren von ĂŒber 40 Positionen runtergekommen bin. Aber der Fokus liegt ganz klar auf den Top-Positionen â sie machen den Löwenanteil des Kapitals aus.
Inhaltsverzeichnis
đ Die Harten Fakten:
Wir reden hier nicht ĂŒber passive Indexfonds. Mein Portfolio-Turnover von 110% YTD ist der direkte Beweis, dass ich das Kapital aktiv fĂŒhre und nicht nur verwalte. Diese AktivitĂ€t fĂŒhrt zu einem Internen ZinsfuĂ (IZF) von 14% seit 2016 im Aktien-Portfolio.
Der Turnover ist kein Zufall:
- Gewinnmitnahmen bei Werten wie Droneshield und Kraken.
- Aufstockungen (z. B. bei Rocket Lab und Alphabet).
- Klare Ausrichtung auf Tech- und Zukunftstrends.
đ Die Aktuellen Moves: Das Kapital muss arbeiten!
In den letzten Monaten war ich besonders aktiv, um das Kapital in die ĂŒberzeugendsten Setups zu lenken. AltbestĂ€nde wie Main Street Capital und Reality Income sind dieses Jahr rasugeflogen. Neue Titel kamen rein. Manche haben sich im Portfolio erstmal festgesetzt. Viele sind wieder weg. Aber die die geblieben sind, haben weiterhin jede Menge Potenzial. Die die weg sind, brachten meistens einen guten Gewinn oder kleinere Verluste.
đ KĂ€ufe (Fokus & Korrektur):
- Axon (A2DPZU): Nach einer zwischenzeitlichen -20%-Notbremse bin ich wieder eingestiegen. Die Fundamentaldaten und der langfristige Trend sind schlicht zu stark. Korrektur abgeschlossen.
- Rocket Lab (A419CG): Gezielte Aufstockung. Ich setze weiter auf den New-Space-Sektor und nutze technische RĂŒcksetzer zur PositionsstĂ€rkung.
- Applied Materials (865177): Neuzugang. Ein klarer Fokus auf den Halbleiter-Sektor und dessen fundamentale Rolle im KI-Boom.
- PayPal (A14R7U) / Deutsche Börse (581005): GĂŒnstige Bewertung bei PayPal (eine Wette gegen den ĂŒberhitzten Hype) und eine defensive Beimischung bei der Deutschen Börse.
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đïž VerkĂ€ufe (Umschichtung & Parking):
- Uber (A2PHHG): Komplett verkauft und das Kapital freigemacht, um es sofort in Applied Materials zu investieren (OpportunitÀtskosten).
- Berkshire B (A0YJQ2): Hier war das Kapital nur kurz geparkt zwischen zwei Trades. Konsequenter Verkauf, sobald der nÀchste Zielwert identifiziert wurde.
đŻ Mein Fazit: Fokus durch Konzentration â Ego am Eingang abgeben
Mein Ansatz ist klar: Ich strebe gar nicht danach, den Markt zu schlagen, und schon gar nicht danach, recht zu behalten. Mein Fokus liegt darauf, die besten Firmen zu finden, um mir ein bequemes Polster aufzubauen.
â Was bringt es, mit aller Macht zu versuchen einfach nur recht zu behalten? Nichts.
Ich schaue mir gerne andere Finfluencer an, die dauerhaft immer wieder die gleichen Aktien erwĂ€hnen und emotional an ihnen kleben, Wobei man auch nie weiĂ ob sie mit 50, 500, 5000 oder 50.000 Euro investiert sind. Das ist in meinen Augen aber kein Investieren â das ist Hoffnung. Man hat vielleicht einen vermeintlichen Wissensvorsprung und die Aktie ist fundamental super, doch man kann sie trotzdem zum falschen Zeitpunkt kaufen! Und wozu ĂŒberhaupt lautstark permanent eine Aktie bewerben? Wenn die Gelegenheit woanders besser ist oder das Geld woanders effizienter arbeitet?
Das Ego kannst du beim Investieren am Eingang abgeben.
Der hohe Turnover ist der Beweis, dass ich Chancen und Risiken konsequent vergleiche und nicht emotional an Positionen festhalte.
Die -20% Regel ist mein wichtigster Triggerpunkt: Hier wird entweder verkauft (Notbremse) oder aufgestockt. Sie zeigt, wie wichtig diese Disziplin ist, selbst wenn die Fundamentaldaten stimmen â wie im Falle des falschen Timings beim letzten Axon-Kauf.
Wobei ich noch ganz BodenstĂ€ndig zwei SparplĂ€ne laufen habe: Euwax und Bitcoin. Euwax fĂŒhre ich nicht in Portfolio Performance. Es ist eher eine Tagesgeld-Alternative.

Auch wenn die Zahl von 22 Aktienpositionen plus Bitcoin hoch ist, wird die Strategie durch die Konzentration auf die Top-Positionen gewĂ€hrleistet. Meine gröĂten Wetten (Nvidia mit 24,76%, Palantir, Microsoft, Alphabet und Rocket Lab) tragen den Löwenanteil des Risikos und der erwarteten Rendite. Die Positionen reduziere ich vielleicht noch demnĂ€chst wieder.
đĄ KI-„Geheimtipps“ am Rand: Trotz der Konzentration behalte ich die Augen offen fĂŒr unterschĂ€tzte Werte. Ich halte aktuell Qualcomm und Cisco, weil ich beide Firmen in der aktuellen Diskussion um das Thema KI fĂŒr etwas unterbewertet halte. Aber Achtung: Meine Investment-These fĂŒr diese beiden ist zwar stark, ich wĂŒrde sie jedoch genau wie jede Top-Position sofort verkaufen, wenn die These bricht.
Der aktive Handel und das rigorose Beobachten der NeuzugĂ€nge stellt sicher, dass sich das Kapital stĂ€ndig neu beweisen muss. Nur das hat mir die groĂen Gewinner wie Palantir (noch investiert), Rocket Lab (noch investiert), Droneshield, Kraken Robotics in den letzten Jahren und Monaten gebracht.
Und jetzt zu euch!
Ganz ehrlich: Wie oft habt Ihr eine Aktie gehalten, obwohl die Chance woanders besser war?
Euer
Ahsen
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