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Stillsitzen im Marktsturm
Der Tech-Markt korrigiert, der NASDAQ rutscht ab, und links wie rechts ploppen vermeintlich günstige Einstiege auf. Zu behaupten, man würde in so einer Phase in „absoluter Tiefenentspannung“ leben, wäre schlicht gelogen. Die Realität ist: Es fällt verdammt schwer, jetzt nicht aktiv zu werden, die Finger stillzuhalten und dem Drang zu widerstehen, ständig neu zu ordern.
Permanenter Aktionismus
Wenn die Kurse fallen, schaltet das Gehirn automatisch in den Problemlösungs-Modus. Man will reparieren, umschichten, die nächste Chance nutzen. Schnell sammelt man in unruhigen Phasen zu viele Werte im Depot an, die noch „frisch“ sind – also Positionen, die noch keinen Puffer aufgebaut haben und voll im Risiko stehen.
Das Problem dabei: Korrigiert der Gesamtmarkt heftig, fallen fast alle volatilen Tech-Werte gleichzeitig. Aus der vermeintlichen Streuung wird ein Klumpenrisiko. Plötzlich brennen mehrere Baustellen gleichzeitig im Depot, das Risiko summiert sich auf, und die mentale Belastung steigt massiv an. Am Ende führt dieser Overload oft genau dazu, dass man im entscheidenden Moment blockiert und gar nichts mehr tut. Deswegen war es jetzt notwendig, erst mal aufräumen und den Ballast abzuwerfen.
Die Stellschraube für ein kontrollierbares Depot: Es geht weniger um die Gesamtzahl aller Aktien, sondern vor allem darum, wie viele Positionen gleichzeitig im Risiko stehen. Genau hier braucht es eine Bremse – auch wenn das Abwarten nervt.
Der aktuelle Ansatz: Maximal zwei offene Risiken
Um den eigenen Aktionismus zu bremsen und das Risiko mathematisch zu deckeln, orientiere ich mich aktuell an einem flexiblen Leitfaden: Maximal zwei offene Risiko-Positionen zeitgleich. Das sorgt für eine klare Aufteilung des Depots, die sich in zwei Lager spaltet:
- Die Absicherung (Das Fundament): Werte wie AMD, Rocket Lab oder Infineon, die bereits deutliche Gewinne abgeworfen haben. Sie sind durch weit im Plus liegende oder nachgezogene Stops im Grunde risikofrei. Sie bilden die Basis, an der nicht gerüttelt wird.
- Die Risiko-Slots (Die Baustellen): Maximal zwei Werte (aktuell 2G Energy und FPS) dürfen sich gleichzeitig in der kritischen Zone befinden, in der sie echtes Geld kosten können, falls der Markt weiter durchsackt.
Diese Struktur ist kein in Stein gemeißeltes, ewiges Gesetz – Regeln müssen sich anpassen, wenn der Markt sich verändert. Aber in der aktuellen Korrekturphase verhindert dieser Rahmen, dass das Risiko unbemerkt wegläuft. Wenn der Markt jetzt komplett wegbricht, ist der Schaden im Vorfeld exakt von mir begrenzt. Siehe dazu mein Investing-Journal.
Die Wartezeit nutzen: Jagd auf relative Stärke
Weil die beiden Risiko-Plätze belegt sind, ist die Schranke für Neukäufe erst mal unten. Das erfordert Disziplin und fühlt sich am Bildschirm oft zäh und fast schon langweilig an. Doch anstatt blind zu kaufen, lässt sich diese Zeit für gezielte Scans nutzen: Welche Aktien weigern sich im aktuellen NASDAQ-Sturm hartnäckig, zu fallen?
Werte, die sich jetzt seitwärts bewegen oder sogar steigen, zeigen relative Stärke. Hier kaufen die großen Adressen im Hintergrund ein. Sobald der Gesamtmarkt dreht, reagieren diese Werte wie eine gespannte Feder und ziehen meist als Erste an.
Das Ziel ist es, geduldig zu warten, bis ein Risiko-Slot im Depot frei wird – sei es, weil eine Position weit genug in den Gewinn gelaufen ist oder eine Risikoaktie aus dem Depot fliegt. Erst dann rückt der stärkste Wert der Watchlist nach. Es ist ein ständiger Lernprozess, aber er sorgt dafür, dass das Risiko kontrolliert bleibt – selbst wenn die Finger jucken.
Euer
Ahsen
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Hi,
Ich habe mich vor 10 Jahren entschieden, dass ich prognosefrei investiere. D. h., ich habe kein trockenes Pulver, um bei einem vermeintlichen Drop einzusteigen. Genauso steige ich nicht bei einem Hoch aus. Ich kaufe IMMER nach Gehaltseingang. Fertig! Rückwirkend betrachtet für mich genau richtig!
Kaufst du ETFs?
Ich kann der „Strategie“ und dem ständigen Hin & Her irgendwie nicht mehr folgen bzw. mich damit nicht mehr identifizieren.
Aber wenn das der Weg ist, den du in den kommenden 10-20 Jahren gehen willst, good Luck.
Was du betreibst, ist die klassische Falle des Performance Chasing und der Irrglaube immer die besten Unternehmen im Depot zu haben. Also mit Blick auf dein Depot fehlen diesem so viele aktuell herausragend performende Titel. Wo sind ASML, Lam, Applied, KLA, SK Hynix, Samsung, Sandisk usw.? Die sind alle in ETFs.
Ich sehe es als extrem wahrscheinlich an, dass du damit Benchmarks wie den Nasdaq100 deutlich underperformen wirst allein schon weil du pausenlos umschichtest und die damit verbundenen Kosten (Steuern) den Depotwert pausenlos reduzieren sodass das Compounding massiv ausgebremst wirst und du dieses Gap zum Markt jedesmal mit vermeintlich perfekten Trades aufholen musst.
Man kann es sich im Grunde auch sparen, das Depot zu betrachten da der aktuelle Stand ohnehin ein paar Tage später Makulatur ist.
Vom langfristigen Investor zum angeblichen „Systeminvestor“, mit einem Ampelsystem, der sein Depot gefühlt alle zwei Wochen komplett auf den Kopf stellt und in 50-80 Cash geht weil der Markt mal 3-5% korrigiert weil er meint, er könne diesen perfekt timen und jede Korrektur umschiffen.
Was mir wichtig nicht gefällt, ist deine zunehmende Überheblichkeit gegenüber anderen Privatanlegern obwohl du selbst vermutlich keine 200.000 € im Depot (tust aber so als wärst du Manager eines riesigen Depots) hast und den Markt langfristig und seit Jahren nicht schlägst. Etwas mehr Toleranz für andere Strategien und Ziele und Demut würde dir gut tun.
Insbesondere gegenüber passiven ETF Strategien die belegt über Dekaden extrem erfolgreich sind.
Bitte erhebe dich nicht über andere Anleger.
Das ist wirklich lächerlich.
Schin gar nicht über solche deren Depots besser laufen als deines und die im gleichen Alter deutlich mehr Vermögen am Aktienmarkt aufgebaut haben.
Ich kann absolut keinem Privatanleger empfehlen, sich an deinen Anlagestil zu orientieren auch wenn du glaubst, den Heiligen Gral gefunden zu haben (den es natürlich nicht gibt).
Du machst das Investieren zum Vollzeitjob ohne überdurchschnittliche Rendite aber mit deutlich erhöhtem Risiko. Keine Ahnung wie du das neben dem Vollzeitjob und Kleinkind machst.
Ich würde dir etwas mehr Selbstreflexion empfehlen und ob du mit deiner Strategie wirklich auf dem richtigen Weg bist. Ich glaube nicht, dass du Indizes wie den Nasdaq100 damit schlagen kannst und damit hat man 0 Arbeit.
Trotzdem wünsche ich dir wie jedem Anleger Erfolg mit deiner Strategie aber wie gesagt wäre etwas mehr Toleranz statt zunehmender Angriffe wünschenswert.
Warum eigentlich der ständige Namenswechsel?
Du forderst Toleranz für andere Ansätze, lässt aber selbst keine andere Strategie neben deiner eigenen gelten. Und Aussagen anhand von echten Zahlen zu analysieren, hat nichts mit „sich über andere erheben“ zu tun – das ist schlicht Sachlichkeit. Ich betone zudem in vielen Beiträgen explizit, dass ich niemandem empfehle, meinen Ansatz eins zu eins zu kopieren. Jeder muss seinen eigenen Weg finden.
Zu den Fakten meines Setups:
Depotwert & Zeitmanagement: Mein Depotwert liegt deutlich 6stellig. Durch den konsequenten Einsatz von automatisierten Systemen (Stop-Loss, Stop-Buy, Trailing-Stop) läuft das Ganze im Hintergrund. Ich muss eben genau nicht am Bildschirm kleben.
Cashquote: Das Pulver ist aktuell nur deshalb so hoch, weil ich vor einigen Wochen bei großen Gewinnern planmäßig Gewinne mitgenommen habe. Das Kapital steht nun für Zukäufe bereit.
Fokus vs. Diversifikation: Ein Minus von 50 % auszusitzen ist völlig legitim, wenn man 80 Aktien im Depot hat. Ich habe keine 80 Aktien, sondern investiere fokussiert. Den Ansatz habe ich angepasst. Da gelten mathematisch völlig andere Regeln beim Risikomanagement, um große Drawdowns zu verhindern.
Performance Chasing vs. System: Mir „Performance Chasing“ vorzuwerfen und im selben Atemzug eine Liste der am heißesten gelaufenen Halbleiter-Titel (ASML, Lam, Applied, KLA, SK Hynix, Samsung, Sandisk) einzufordern, ist ein logischer Widerspruch.
Mein Ansatz sucht relative Stärke zum richtigen Zeitpunkt – Titel wie AMD oder Rocket Lab halte ich beispielsweise schon sehr lange und fahre damit deutliche Gewinne ein.