Es ist eines der größten Missverständnisse auf Social Media, sobald ich über relative Stärke einer Aktie spreche. Neulich kommentierte ein Zuschauer unter meinem YouTube-Video: „Dann setzt du also jetzt voll auf Momentum? Wäre da nicht ein Momentum-ETF das Beste?“
Die Annahme dahinter: Wer auf starke Trends setzt, müsse sofort panisch auf den Verkaufsknopf drücken, sobald der Kurs mal zwei Tage nicht steigt.
Falsch gedacht. Das wäre kein strategisches Investieren, sondern Daytrading.
Meine absolut besten Gewinner im Depot – Aktien wie Rocket Lab und Planet Lab, die ich mit Gewinn verkauft habe, oder aktuell noch AMD – habe ich genau nach meinem System ausgewählt. Ebenso eine Kraken Robotics oder Droneshield. Und keine einzige davon habe ich sofort verkauft, nur weil der erste steile Anstieg kurz ins Stocken geraten ist.
Inhaltsverzeichnis
Der Kern der Sache: Der Investcase muss stimmen
Reines Momentum ist oft nur ein kurzes, spekulatives Strohfeuer. Mein Ansatz basiert jedoch auf einem fundamental untermauerten Investcase gepaart mit relativer Stärke.
Wenn eine Top-Aktie aus einer monatelangen, sauberen Konsolidierungsphase nach oben ausbricht, ist das kein kurzfristiger Zock. Es ist der Beginn eines neuen, langfristigen Aufwärtstrends, der von den großen Fischen am Markt (Fonds und Banken) getragen wird. Große Institutionen brauchen Wochen oder Monate, um ihre Positionen überhaupt aufzubauen. Dieser institutionelle Rückenwind trägt den Kurs weit über den ersten Impuls hinaus.
Wer hier beim ersten kleinen Zickzack-Kurs sofort aussteigt, begeht den größten Fehler an der Börse: Er schneidet seine Blüten ab und gießt das Unkraut. Solange das Unternehmen operativ liefert, die fundamentale Story intakt ist und der Markt diese Stärke honoriert, bleibt der Investcase stabil. Genau so kamen meine jüngeren Gewinne bei Rocket Lab, Planet Lab und AMD zustande.
Bei einer Rheinmetall zum Beispiel brummen die Geschäfte, aber es war schon vieles eingepreist. Ohne Exit Regeln gibt man einen Großteil der Gewinne ab.
Das wird mir nach PayPal nicht wieder passieren. Damals bin ich von +300% mit +80% raus.

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Das Gesetz der Opportunitätskosten
Während ich den echten Leadern den nötigen Freiraum gebe, damit sich der Investcase entfalten kann, gilt bei Schwäche das genaue Gegenteil. Wenn eine neue Position sofort nach dem Einstieg nach unten wegbricht, zeigt das, dass das Timing falsch war.
In diesem Moment greift das Gesetz der Opportunitätskosten: Totes Kapital ist das größte Verbrechen an deiner Performance. In jeder Minute, in der dein Geld in einer lahmen, korrigierenden Ente festsitzt – nur um monatelang darauf zu warten, dass man irgendwie wieder bei Null rauskommt, wenn überhaupt –, entgeht dir die Rendite der wahren Marktführer die parallel dazu super laufen.
Deshalb rotiere ich bei offensichtlicher Schwäche sofort, gerade wenn eine neue Position direkt ins Minus läuft. Ich riskiere wenig Kapital bei neuen Versuchen, lasse die echten Gewinner aber so lange laufen, wie der Markt die fundamentale Stärke der Firma anerkennt. Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Wann bricht ein Investcase wirklich?
Ich verkaufe meine Gewinner nicht beim kleinsten Gegenwind, aber ich heirate sie auch nicht. Eine Aktie fliegt aus meinem Depot, wenn sich die Spielregeln fundamental ändern:
- Die relative Stärke bricht komplett ein: Das Unternehmen verliert seine operative und marktseitige Vormachtstellung im Vergleich zum Gesamtmarkt und zeigt anhaltende Schwäche.
- Bewertung: Die Bewertung läuft dem realen Wachstum massiv davon. Wenn eine Aktie in eine parabolische, völlig überhitzte Phase übergeht, die fundamental durch nichts mehr gerechtfertigt ist, werden Gewinne eingetütet. Und das können auch Teilgewinne sein.
- Die Opportunitätskosten steigen: Wenn das Kapital in einer ehemals starken Aktie nur noch müde seitwärts dümpelt, während eine neue Generation von Leadern im Markt aufsteigt. So aktuell bspw. bei Cyber- Finanz- und Healthaktien.
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Fazit
An der Börse gibt es keinen Platz für Emotionen oder Nostalgie. Eine Aktie ist kein Familienmitglied, sondern ein Werkzeug, das Kapital maximal effizient vermehren muss.
AMD, Rocket Lab und Planet Lab sind das beste Beispiel dafür, dass die Kombination aus dem richtigen Timing und der eisernen Disziplin, einen intakten Investcase zu reiten die besten Gewinne bringt. Wer zu früh kalte Füße bekommt, verpasst die großen Gewinner, die ein Depot auf ein völlig neues Level heben.
Ich optimiere für die Effizienz im Hier und Jetzt. Ich nutze das System – und trenne mich von Aktien, sobald der Investcase seinen Dienst getan hat. Davor ist nichtmal eine Nvidia verschont geblieben.
Euer
Ahsen
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